:: Läuse |
Die Körper- oder Kopfläuse sind wieder auf dem Vormarsch. Immer wieder wird aus Schulen und Kindergärten der Ausbruch von Epidemien gemeldet. Lästiges Jucken am Kopf oder am ganzen Körper, begleitet von unangenehmen Hautausschlägen und Infektionen sind dabei nur die eine Seite der Medaille. Noch schwerwiegender ist in vielen Fällen die psychische Belastung für die betroffenen Familien. Gilt doch ein Lausbefall immer noch als Zeichen von mangelnder Hygiene und Unsauberkeit. Das ist jedoch nicht der Fall. Körperläuse verbreiten sich dort besonders gut, wo Menschen auf engem Raum zusammen leben. Sie haben sich nämlich den Menschen als Wirtstier auserkoren und leben von dessen Blut. Vom Lausbefall können jedoch keine Rückschlüsse auf die hygienische Situation in einer Familie getroffen werden. Läuse sind zwar lästig und in seltenen Fällen auch gefährlich. Doch mit der richtigen Behandlung lassen sich die kleinen Sauger auch nach wenigen Wochen wieder aus den Haushalten verbannen. |
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Menschenläuse leben von Blut und Hautschuppen der Menschen. Im Unterschied zu Flöhen und Wanzen verlassen die Läuse den Menschen nicht mehr von alleine. Sie verbringen ihr gesamtes Leben auf den Wirten. Durch ihren Körperbau sind die maximal drei bis vier Millimeter großen Tiere hervorragend in der Lage, langfristig auf und am Menschen und letztlich auch vom Menschen zu leben. Die Läuse verfügen über drei Paar Beine mit klauenartigen Fortsätzen an den Enden. Dadurch können sie sich besonders gut an menschlichen Haaren oder an Stofffasern der Kleidung festhalten und fortbewegen. Mit ihren Mundwerkzeugen stechen die Läuse ihre Opfer. Durch den Einstich lassen sie ein Speichelsekret in die Wunde hineinlaufen, dass die Blutgerinnung verhindern soll. Denn nur so wird gewährleistet, dass die Laus auch genügend menschliches Blut saugen kann. Es ist nicht so sehr der Stich selbst, der fälschlicherweise häufig auch als Biss bezeichnet wird, sondern der Lausspeichel in der Wunde, der für den typischen Juckreiz verantwortlich ist. Generell können drei Arten von Läusen den Menschen befallen: die klassische Kopflaus (Pediculus humanus Capitis), die sich bevorzugt in den Kopfhaaren der Menschen niederlässt, aber auch Augenbrauen, Barthaare oder Achselhaare befallen kann; die Scham- oder Filzlaus (Phitirus pubis), die speziell die Gegend der menschlichen Schambehaarung befällt und schließlich die Körper- oder Kleiderläuse (Pediculosis humanus corporis), die nicht auf Menschen selbst, sondern in der Kleidung siedel. Glücklicherweise übertragen die Läuse in den gemäßigten Breitengraden keine ansteckenden Krankheiten. Ohne Gegenmaßnahmen kann sich ein Lausbefall jedoch schnell wie ein Buschfeuer ausbreiten. Jede Laus legt im Laufe ihres vierwöchigen Lebens bis zu 140 Eier, aus denen dann wieder neue Plagegeister entstehen. Ansteckungswege von Kopfläusen Diagnose von Kopfläusen Lebenszyklus der Kopfläuse |
:: Behandlung von Kopfläusen |
Wurde eine Läusebefall festgestellt, so ist unverzüglich mit der Behandlung zu beginnen. Die Praxis hat gezeigt, dass das Auskämmen mit dem Läusekamm nicht nur diagnostischen Wert hat, sondern bei mehr als jedem zweiten Fall schon zu einer Entlausung führt. Um so mehr kommt es darauf an, dass das Auskämmen mit geeigneten Instrumenten und mit besonderer Sorgfalt durchgeführt wird. Das Auskämmen nimmt eine geraume Zeit in Anspruch und verlangt vor allem vom Kind sehr viel Geduld. Selbstverständlich kann es, je nach Haarstruktur auch zu einem gewissen Rupfen und Ziehen an den Haaren kommen. Das Auskämmen wird vom Kind im Allgemeinen als sehr unangenehm empfunden. Dieser Eindruck verstärkt sich noch durch die häufigen Wiederholungen. Medikamentöse Behandlung von Kopfläusen Die Behandlung mit Insektiziden muss dabei in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Als effektive Medikamente gelten Allethrin, Permethrin, und Pyrethrum. Das bislang häufig gebrauchte Lindan darf nach einer Entscheidung der EU-Kommission ab 2008 nicht mehr verwendet werden. Permethrin wird im Handel als Infectopedicul-Lösung angeboten. Eine Verabreichung in der Schwangerschaft ist nur nach strenger Abwägung möglich. Infectopedicul soll zudem nach der Behandlung noch einige Tage im Haar nachwirken. Deshalb darf das Haar nach der Behandlung nicht mit Shampoo oder eine Pflegspülung behandelt werden. Das Mittel Jacutin N mit den Wirkstoffen Alletrhin und Piperonylbutoxid sollte nicht in den ersten Schwangerschaftswochen und auch nicht in der Stillzeit angewendet werden. Egal für welches Mittel man sich entscheidet, alle Substanzen dürfen nicht in Augen, Schleimhäute oder offene Wunden gelangen. Noch begrenzt für zwei Jahre zugelassen ist das Mosquito Läuseshampoo. Es tötet die Läuse und Larven auf dem Kopf ab. Das Shampoo hat den Vorteil, dass die Kopfläuse dagegen keine Resistenzen entwickeln können. Das gilt im übrigen auch für die wachsartigen Mittel Nyda L und EtoPril. Beide enthalten das Silikonöl Demeticon und müssen über Nacht im Haar belassen werden. Die Wirkstoffe schädigen den Wasserhaushalt der Läuse so nachhaltig, dass sie absterben. Die abgetöteten Läuse und Nissen lassen sich wieder mit dem Läusekamm aus dem angefeuchteten Haar entfernen. Ein entsprechender Kopfwickel mit einer Essiglösung erleichtert diese Prozedur. Mit der topischen Behandlung werden etwa 90 Prozent der Läuse und Nissen getötet. Behandlungsschema des Robert-Koch-Instituts Kopfläuse: Behandlungsfehler und Komplikationen |
:: Kopfläuse: Vorbeugung und Meldepflicht |
Ein Voraussetzung für das Greifen von vorbeugenden Maßnahmen ist das Vorhandensein ausreichender Informationsmaterialien an potenziellen Gefahrenherden. Kindergärten und Schulen erhalten entsprechendes Informationsmaterial bei den örtlichen Gesundheitsämtern oder beim Robert-Koch-Institut. Tritt der Lausbefall in einem Kindergarten oder einer Schule auf, so müssen die Eltern umgehend informiert werden, am besten durch einen Aushang. Alle Kinder einer Gruppe oder Klasse, in der der Lausbefall aufgetreten ist, müssen unverzüglich auf Läuse untersucht werden. Beim Befall sollte die Behandlung noch am gleichen Tag beginnen. Da die Information anonym erfolgt, sollte das Kontrollnetz im Zweifelsfall weiter gefasst werden. In den Familien der vom Lausbefall betroffenen Kinder, sind auch alle Kontaktpersonen in die Behandlung mit einzubeziehen. Zu Hause und im Kindergarten müssen entsprechende Hygiene- und Reinigungsmaßnahmen vorgenommen werden. Gerade bei nahen Kontaktpersonen empfiehlt sich auch eine prophylaktische Behandlung mit einem Lausmittel. Kopfläuse - wann zum Arzt |
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